Logbuch vom 20.4.2020

BenEliveMaximilianMoaPaul

Wir liegen heute seit 15 Uhr vor Anker vor Den Helder – um Sie sofort einmal zu beruhigen: Es geht allen prima. Der Grund für das Ankern in den Niederlanden ist der konstante Ostwind, der uns seit Beginn der Schiffsübergabe begleitet. Wie einige Aufmerksame wohl schon gesehen haben, sind wir vor einigen Tagen schon einmal stark von unserem Kurs abgewichen. Da bei dauerhaftem Ostwind 6 gegen an unsere Dieselvorräte knapp geworden wären, entschieden wir, nach Le Havre (Frankreich) abzudrehen. Es folgte ein ‚all Hands on Deck‘, wobei wir zwei Segel setzen wollten. Bei einem der beiden war jedoch noch ein Tampen mit einem Zeiser gesichert, da dieser bei dem Gegenwind gegen den Mast geschlagen hatte. Dies ist bei dem Setzen leider nicht aufgefallen. Das Segel ging dadurch nicht ganz hoch, wodurch das Segeltuch im Wind schlug – wobei es leider auch einen Riss abbekommen hat. Wir konnten trotzdem mit den Segeln durch die Nacht und durch das Gewitter segeln. Als der Wind am frühen Morgen jedoch nur noch sehr schwach war, drehten wir um 4:30 Uhr und machten wieder Meilen in die richtige Richtung. Hierzu mussten die Segel geborgen werden und unser Schülerbootsmann Emil begann – mit Unterstützung der Teilverantwortlichen – sofort das geborgene Segel zu flicken.

Gestern Abend haben wir dann eine große Hürde geschafft: Mit dem Strom kamen wir durch die Straße von Dover. Doch der weitere Ostwind hat uns nun immer weiter durchrechnen lassen, welche Geschwindigkeit wir bei welchen Umdrehungszahlen der Maschine erreichen müssten, damit wir es bis Brunsbüttel schaffen. Da dies bei dem immer noch starken Wind aus Osten unrealistisch geworden ist, entschieden wir uns heute Morgen gegen 9 Uhr nach Den Helder zu fahren. Der aktuelle Plan ist es, dass wir uns hier nun 2 Tage verstecken, bis der Wind schwächer geworden ist. Bei abgeflautem Wind können wir dann auch schneller nach Brunsbüttel (im Westen des NOK) fahren, sodass wir nicht mal einen ganzen Tag verlieren. Dieser wird uns in Brunsbüttel verloren gehen, das geplante Programm wird vorgezogen. Da wir das Wetter jedoch nicht vorhersagen können, ist unsere pünktliche Ankunft in Kiel am 25.4. noch nicht sicher. Es werden diesbezüglich Informationen folgen, sobald die Situation vorhersehbar ist (voraussichtlich morgen Abend).

In den nächsten Tagen sind an Bord diverse Inventuren geplant, die jährlich gegen Ende der Reise ausstehen, um zu prüfen, ob alles vollständig ist. Wir lassen es uns aber auch nicht nehmen, unsere letzten Tage hier zu genießen, sodass wir uns verschiedene Programmpunkte überlegten. Ein Spielenachmittag, ein Vorleseabend und Filmeabende. Zum Genießen gehört aber auch gutes Essen, was in den letzten Tagen zur Genüge gezaubert wurde.

Auf diesem Wege klingen die letzten Tage der Reise aus und die gemischten Gefühle bezüglich der Ankunft in Kiel wachsen mit jeder zurückgelegten Meile.

Moa und Paul, Projektleitung an Bord, und Ben, Elive und Max W., Schiffsleitung.

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