Mein ozeanischer Blick auf die KUSis

Katharina

Datum: 19.12.2019
Mittagsposition: Ankerplatz Tobago Cays
Wetter: Lufttemperatur: 28° C, Wassertemperatur: 28°C, mäßig bewölkt
Autorin: Katharina

Jeden Tag werde ich von großen Menschenmengen betreten und immer wieder fahren riesige Schiffe über meinen Rücken. Ich weiß nicht wie egoistisch das klingt, aber ich bedecke die größten Flächen dieser Erde und verziere sie mit wunderschönen Blautönen. Einer meiner Lieblingsteile meiner Gesamtheit ist das karibische Meer. Dort glitzere ich in blau-türkis und grenze an glatte, weiße Sandstrände mit Palmen, ein wahrer Traum. Man kann schon sagen, dass ich meistens recht aufgeweckt bin, aber es gibt auch Tage, an denen ich nichts mache, außer mich entspannen. Diesen Donnerstag war ein ganz besonderer Tag an den Tobago Cays für mich, ich hatte sehr viel Energie und beschloss mal, nur zu beobachten, was um mich herum geschieht. Vorher war mir absolut nicht bewusst, wie viel es zu sehen gibt.

Am Abend zuvor lies ein großes Segelschiff ihren Anker fallen, auf welchem ganz viele fröhliche Jugendliche sind, die schon früh morgens heiter in mich hineinspringen. Am Vormittag sind sie mit zwei kleinen ovalen Bötchen, die Menschen nennen es Dinghi, zu meinen Riff zwischen den vielen unbewohnten Inseln. Auf der Hinfahrt hörte ich ein großes Staunen, als sie die Insel „Petit Tabac“ endeckten, da laut ihnen der Film „Fluch der Karibik“ dort gedreht wurde. Am Riff angekommen ließen sie sich der Reihe nach in meine Tiefen fallen. Alle hatten flossenartige Verlängerungen an den Füßen und atmeten mit seltsamen Luftröhren, welche die Oberfläche überschritten. Es war recht entzückend, wie die Blicke von Fisch zu Fisch wanderten, tiefer getaucht wurde und mit Fingern wild auf besonders Auffälliges gezeigt wurde. Egal wie komisch die Fußverlängerungen sind, es hilft den Menschen eindeutig sich fließend zu bewegen und wie Meerjungfrauen und Meermänner ruhig zu schwimmen.

Nach dem langen Staunen bestiegen alle wieder ihre „Dinghis“ und fuhren weiter an die Küste von Paradal, wo sie erneut zu Schnorcheln begannen. Sie schwammen wild umher und änderten ständig die Richtung, dabei hatten sie strahlende Augen voller Begeisterung. Zuerst war mir völlig unklar, was so atemberaubend war, doch dann fiel mir auf, dass sie noch nie Meeresschildkröten gesehen hatten! Na gut, ich kenne sie schon seit Ewigkeiten, aber ich muss zugeben, ihre fließende Bewegung nach oben, um Luft zu holen, ist wirklich niedlich und auch der harte Panzer ist bei der ersten Begegnung außergewöhnlich. Anscheinend hatten sie gar nicht so viel Zeit und fuhren deshalb bald weiter zu Petit Bateau. Dort begann dann endlich die Entspannung. Zwar kriegte ich persönlich nur noch wenig von den Jugendlichen mit, doch ab und zu mussten sie sich doch noch mal abkühlen.

Ansonsten war es ebenfalls ein schöner Anblick viele beim Faulenzen in Hängematten, Kokosnüsse knacken, Briefe schreiben oder herum toben zu zusehen. Abschließend kann ich nur sagen, dass es ein schöner Tag für mich war und wie sehr ich es genossen habe, dem Lachen junger Menschen zu lauschen.

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