Leben aus dem Rucksack – Unsere etwas anderen Fächer

MaximilianValentin

Autoren: Max W. und Valentin

„Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…?“

Ja, jeder von uns musste sich beim Packen der zwei Rucksäcke, einen Tag vor Beginn des Panama-Aufenthalts, diese Frage stellen. Zum Glück bekamen wir von Ruth eine Packliste, die uns nicht ganz im Dunkeln tappen lies und uns half, da viele von uns sonst wahrscheinlich zu viel, zu wenig oder die falschen Sachen eingepackt hätten und am Ende nicht gewappnet gewesen wären, z.B. gegen die Temperaturen und das Wetter auf dem Baru. Dem Gewicht nach zu urteilen, war es trotzdem bei manchen Rucksäcken gewisser Personen jedoch fraglich, ob sich alle von uns an diese Liste gehalten hatten oder nicht doch ihre gesamte Ausrüstung, die sie besaßen, mitschleppten, oder doch nur die Bleigewichte der Thor dabei hatten. Um aber nicht als Adam oder Eva nackt durch Panama zu laufen, benötigten wir also doch Unterwäsche, Hosen, T-Shirts und entsprechendes Schuhwerk. An sich ist das noch nicht viel, aber mit den vielen weiteren nützlichen Gegenständen (z.B. Taschenmesser, Taschenlampe, Mückenspray) hatte man dann doch so seine Probleme, alle Sachen herauszusuchen, nach ihrer Notwendigkeit zu sortieren und diese dann auch noch in die zwei Rucksäcke zu packen oder zu stopfen.

Unsere Packsysteme unterschieden sich insofern von jenen zu Hause, dass wir nicht nach dem System „so viel wie in den Rucksack geht“ packten, nein, bei uns hieß es, „Alles, was nicht in die Unterkoje passt, muss mit“. Dies ist nötig, da während wir Panama bereisen und entdecken, ein paar Touristen für eine Woche auf der Thor leben können, also auch unsere Fächer benutzen, in unseren Bettchen schlafen, von unseren Tellerchen essen und aus unseren Becherchen trinken – auch bekannt als „Der Touri-Törn“.

So wurden die Rucksäcke letztendlich bei vielen sehr voll.

Mit diesen zwei prall gefüllten Rucksäcken, einem Tagesrucksack und einem Reiserucksack, starteten wir also zu unserem Abenteuer durch Panama. In jedem der Busse, mit denen wir reisten, mussten wir die großen Rucksäcke entweder auf einen Haufen hinten im Bus werfen oder wir ließen sie in den Stauraum des Busses verstauen. Sehr wichtig war es, vor allem im Regenwald, seinen Rucksack nach jedem Öffnen sofort wieder zu schließen, da man sonst bei dem nächsten Griff in jene auf der Suche nach irgendwelchen Sachen, plötzlich eine Hand voll Urwaldleben, anstatt des gewünschten Gegenstandes, in der Hand hielt. Bei Fußmärschen, wie dem Weg in den Regenwald, schulterten wir den großen Rucksack und schnallten uns den Tagesrucksack an die Brust. Sehr willkommen waren natürlich dann die Leute, die einem den Rucksack abnahmen, wenn man nicht mehr konnte. Allerdings wurde diese Möglichkeit vielleicht das ein oder andere Mal ausgenutzt. Die Rucksäcke nahmen mit der Zeit aber auch an Gewicht zu, da jede Gelegenheit genutzt wurde, um Souvenirs zu kaufen. Hier ein paar Armbänder, da einen geschnitzten Tagua-Samen oder auch für einen selbst eine bunte Hängematte zum Schlafen auf der Thor.

In Boquete bei dem einwöchigen Aufenthalt in der Sprachenschule, wo es dann die Möglichkeit gab, Macheten zu erwerben, wurden diese natürlich von vielen gekauft, was aber wiederum bedeutete, dass der Rucksack an Gewicht zunahm und der Stauraum abnahm. Irgendwie schafften wir es jedoch alle, unsere bereits zu Anfang des Aufenthalts prall gefüllten Rucksäcke noch voller zu machen und alles hinein zu packen. Zuletzt musste bei den Naso-Indianern jeder von uns in der Früh bei der Abreise die beiden Rucksäcke auspacken und ausschütteln. Warum? Weil sich in unseren Rucksäcken während der Regenwald-Aufenthalte, so manche krabbeligen Gäste eingenistet hatten, die wohl gehofft hatten, auch eine Atlantik-Überquerung machen zu können. Ja, dachten die. War aber nicht. Und so kamen wir dann mit etwas schwererem Gepäck, aber trotzdem ohne Insekten wieder zurück auf die Thor.

Wir haben die drei Wochen mit all unseren Sachen gepackt,…naja, bis auf ein paar Dinge, die irgendwo zwischen Regenwald und den Naso-Indianern verloren gegangen sind. Trotzdem waren wir sehr froh, dass wir in Panama City die Möglichkeit hatten, unsere Sachen in einem Waschsalon von einer von uns gewählten Gruppe der Schüler reinigen zu lassen, und auch bei unseren Gastfamilien in Boquete nahmen wir das Angebot dankend an, unsere nassen, schlammigen und vollgeschwitzten Klamotten waschen zu lassen. Letztendlich war es dann doch wieder recht angenehm, seine Sachen in festen, insektenarmen Fächern zu stauen und die Wäsche am festgelegten Waschtag zu waschen.

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