Logbuch vom 25.02.2018

Detlef SoitzekMartin

Wir befinden uns heute am 25.02.2018 um 12.00 Uhr Bordzeit (BZ) auf der Position 30°35.5‘N und 076°24.4‘W. Unter fast voller Besegelung laufen wir mit fast 6kn Kurs auf Bermuda. Der Wind hat (rechtzeitig und günstig) genau in dem Moment südlicher gedreht, als wir unseren Kurs von Nord auf Ost ändern wollten, so dass wir weiter segeln können. An Bord sind alle gesund und wohlauf, die Seekrankheit hat nachgelassen, und die Stimmung ist gut.

Die vergangenen Tage einschließlich des heutigen Sonntags haben wir mit Unterricht und Bordroutine verbracht. Im schulischen Bereich stand der gestrige Geschichtstest zumindest im Bewusstsein der meisten Schüler im Mittelpunkt, im Bordbetrieb stand das Auffrischen der navigatorischen Fertigkeiten im Vordergrund. Da morgen die zweite Schiffsübergabe ansteht und dafür die Navigationselektronik nicht benutzt werden darf, war eine vom Kapitän angebotene freiwillige Auffrischungsstunde in Navigation gut besucht.

In den letzten Tagen praktizierten einige Schüler dann intensiv, mit dem Sextanten die Sonne und in der Dämmerung Sterne zu schießen und anschließend die Standlinien zu berechnen. Andere Schüler übten mit der Stoppuhr und der Relingslogge, die Geschwindigkeit des Schiffs durchs Wasser zu bestimmen. Da wir im Moment gute zehn Grad Missweisung haben und durch den Golfstrom nicht unerheblichen Versatz nach Backbord, weichen unser Kompass und der tatsächlich gefahrene Kurs über Grund um zwanzig Grad voneinander ab, so dass die Navigation die entsprechende Genauigkeit erfordert.

An diesem Wochenende mussten wir wegen der Schiffsübergabe den Unterricht fortsetzen. Unsere üblichen Wochenendrituale haben wir trotzdem einbauen können: gestern gab es ein ausgedehntes Reinschiff und einen Filmabend mit einem Spielfilm über die Kubakrise (passenderweise zeitgleich begleitet von einem amerikanischen Flugzeugträger mit vier flankierenden Zerstörern), heute folgt das lang vermisste „Besanschot an“.

Bis zu den Bermudas sind es noch 610 sm.

Dr. Martin Goerke, stellvertretender Projektleiter, und Detlef Soitzek, Kapitän

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