Eine Geschichtsarbeit bei Windstärken von 8 Beaufort

milanDatum: Montag, der 16.03.2015
Mittagsposition: 34° 49’5 N; 049° 43,1′ W
Etmal: 139.5 sm
Wetter: Lufttemperatur: 19°C, Wassertemperatur: 19°C, Wind: SzW 7-8
Autor: Milan

Wenn Zuhause ein Test, eine Schulaufgabe oder Klassenarbeit ansteht, dann sitzen alle ruhig an Ihren Einzeltischen und schreiben in Ruhe Ihre Arbeit, ohne von irgendetwas gestört zu werden. Das einzige was passieren kann ist, dass es zum Beispiel draußen regnet oder irgendjemand auf dem Gang vor dem Klassenzimmer laut ist. Wenn man jedoch mitten auf dem Atlantik ist, über 900km um einen herum nur Wasser ist kann es jedoch ganz anders aussehen.
Morgens ging es noch „relativ“ gemäßigt zu, zumindest als ich um halb fünf zur Wache geweckt wurde. Es schaukelte schon relativ heftig und es gab schon 6-7 Windstärken.<br class=“clear“ />

Die Hoffnungen, dass die Geschichtsarbeit aufgrund von Wetterbedingungen ausfallen würde, waren somit vorbei es war jedoch jetzt schon klar das es nicht einfach werden würde. Der Test begann für Unterrichtsgruppe B und der Wind hatte mittlerweile 8 Windstärken erreicht. Schon auf dem Gang konnte man nur noch schwer laufen ohne sich mit den Händen abzustützen.
Um kurz vor elf Uhr hieß es dann Unterrichtsgruppe A soll sich im Deckshaus sammeln und wir konnten durch die Bulleyes der Kombüse sehen wie die Brecher aufs Hauptdeck kamen. Nach ein paar Minuten konnten wir dann in die Messe gehen um unseren Test zu schreiben. Dort saßen wir nun und rutschten auf den Bänken hin und her und mussten uns an den Tischen festhalten.<br class=“clear“ />

Dann kam Kai und sagte: „Ihr habt genau 45 Minuten Zeit, also jetzt bis 11.56 Uhr. Falls ihr wegen der Seekrankheit an Deck müsst wird euch diese Zeit, in der ihr oben seit gutgeschrieben. Die Seekrankheit hatte wieder einige von uns getroffen, nicht so wie auf der ersten Etappe, da manche schon relativ seefest geworden waren, trotzdem gab es am Ende dann doch einmal Extraminuten. Immerhin waren alle in der Lage den Test zu schreiben, sodass uns ein Termin zum Nachholen erspart blieb.
Dann begannen wir zu schreiben. Alle waren ruhig, man hörte jedoch wie die Wellen an Deck brachen, wie der Wind durch die Segel pfiff und wie die Töpfe und Schüsseln in der Kombüse herum rutschten. Die größte Herausforderung war eigentlich ruhig sitzen zu bleiben und nicht von der Bank zu rutschen. Irgendwann kam dann mal die Idee noch zusätzliche Rutschdecken zu holen um sich darauf zu setzten. Das brachte auf jeden Fall etwas, verhinderte jedoch nicht das Schaukeln.<br class=“clear“ />

Nach einer Stunde waren wir dann erlöst und hatten den Test hinter uns. Alle konnten aufatmen, den Test geschafft zu haben und sich dem Mittagessen, was auch aufgrund des Seegangs aus Dosensuppe bestand, mehr oder weniger genießen.
Für Unterrichtsgruppe B ging der Unterricht und für Unterrichtsgruppe A der Wachalltag weiter. Für Alex, Marijke, Ronja und mich gab es jetzt die zweite Herausforderung des Tages, nämlich Reinschiff Sanitär. Das war auch eine gute Erfahrung, da einem die Putzeimer wie wild durch die Gegend rutschten und die Toilettendeckel sich von selbst schließen wollten. Außerdem hatten wir viel Spaß das Wasser abzuziehen, da es von der einen Seite in die andere floss und kaum abfließen wollte. Doch auch diese Herausforderung schafften wir gut und die Wachen am Nachmittag und Abend machten allen sehr viel Spaß.
Einen Geschichtstest bei Sturm und mit einer Wellenhöhe von 5-6 Metern zu schreiben war eine eindrucksvolle Erfahrung und wir alle lernten uns im Schiffsbetrieb bei Schwerwetter zurechtzufinden. Abends waren wir dann auch alle froh als wir schlafen gingen und hatten auf jeden Fall einen tollen Tag hinter uns.

PS: Alles, alles Gute zum Geburtstag Papa, ich wünsche dir einen tollen Geburtstag mit schönem Wetter und ein erlebnisreiches neues Lebensjahr. Viele liebe Grüße Dein Milan

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